Ich finde Gefallen durch rosarote Gläser



In meinem unscheinbaren Baumwollnachthemd bedruckt mit hunderten von rosaroten Herzen sitze ich am Fenster. Von hier aus habe ich direkte Sicht auf den Kircheneingang. Die Braut im weißen Kleid wird mit Blütenblättern beworfen und strahlend von allen gefeiert. Ich habe mich von ihrem Strahlen anstecken lassen. Dabei war ich nur gekommen, um mir die schönen Kleider anzusehen. Und ihr Strahlen darin.

Keine Angst mehr, zu viel zu sein
Als Frau habe ich Escort schon immer aus der Perspektive einer Frau gesehen. Jetzt biete ich Escort explizit für Frauen an und es fühlt sich an, als läge es mir näher als dass es mir neu wäre. Ich musste selbst erst 30 werden, um zu verstehen, wie sehr es mich erfüllt, Frauen zu lieben. Aber am Anfang stand die Frage: Wie geht Sex mit Frauen?
Zum Glück sind Frauen komplex. Zum Glück ist es auch der Sex.

Between girls and women
Girls. Wir sind keine Mädchen mehr, aber wir sind auch keine Frauen. Wir sind Girls. Nicht um Frauen zu entmündigen, sondern um die Befreiung vom Frausein zu ermutigen. Braucht unser Frausein Aufmerksamkeit oder braucht es Urlaub? Das Girl-Sein erlaubt uns, Spaß zu haben. Die Vorzüge unserer genialen Körper auszuprobieren, anstatt uns in den Grenzen zu bewegen, die uns gelegt wurden. So schwer, sich von ihnen zu befreien. Alter Egos sind genau dafür da. In uns steckt so viel mehr als das, wofür wir stehen. In uns stecken viele Wege, die wir gehen. Das Girl ist eine Möglichkeit. Nicht die einzige.


Von vorne anfangen
Neuland ist kein angenehmer Ort. Denk an Arielle und schreib die Geschichte mit mir um. Sie gibt ihren Fischschwanz auf. Das Wasser, in das sie geboren wurde. Sie gibt ihre Stimme auf. Doch nicht für den Prinzen, sondern um ihre eigene zu finden. Traut sich auf wackligen Beinen an Land und erschließt sich eine neue Welt. Neuland ist ein kreativer Ort. Dort kämmt sie sich die Haare mit einer Gabel und schreibt ihre eigenen Tischregeln.



Ich erzähle dir eine Geschichte
Als Mädchen war ich nicht alleine, als ich mich selbst entdeckte. Wir waren ganz am Anfang, unbeschrieben. Entdeckerinnen. Wir haben gesucht, was sich gut anfühlt, und es gemeinsam gefunden. Sie für sich, ich für mich, wir beide nebeneinander im gemeinsamen Raum.
Meine Freundin hatte einen Schlüssel für ihre Zimmertür. Neben ihrem Bett, das tagsüber ein Sofa war, stand ein Pumpspender mit Handcreme. Sie kaschierte den Geruch an unseren Händen auf dem Weg ins Bad. Wo wir von uns waschen würden, was sich nur jenseits der verschlossenen Tür falsch anfühlte. Wir wussten, sobald wir aus ihrem Zimmer auf den Flur treten, sind wir dort, wo man sich schämt. Ich erinnere mich noch heute ganz genau an diesen Geruch, wie sich diese Handcreme mit Pussy vermischt. Bis heute erregt mich die Erinnerung daran. Mich einmal wieder wie ein Mädchen fühlen, bevor ich zur Frau wurde. Ohne die Hure sein zu müssen, die immer Lust hat, oder die Mutter, die nie Lust hat. Die emotional und sexuell funktionieren und abliefern soll. Diese Tür schließen wir.
Träumst du schon?